Reiswerfen  Das Brautpaar beim Verlassen von Kirche oder Standesamt nach der Trauung mit Reis zu bewerfen ist ein alter Hochzeitsbrauch, der zu den Fruchtbarkeitsbräuchen gehört. Früher wurden dazu statt Reis je nach Region auch Erbsen, Leinsamen oder Getreidekörner verwendet. Teilweise hieß es, dass die Braut so viele Kinder bekommen sollte, wie Körner auf ihrem Kleid haften blieben. Das Reiswerfen ist heutzutage vor vielen Kirchen und Standesämtern verboten oder unerwünscht. Einerseits geht es dabei um ethische Gesichtspunkte, schließlich werden hier Lebensmittel achtlos durch die Luft und auf den Boden geworfen. Anderseits geht es auch um die Reinigungskosten, die entstehen. Außerdem kann das Reiswerfen auch unerwünschte Auswirkungen auf das Brautpaar haben, wenn sich beispielsweise die kleinen Körner in den Gehörgang verirren. Alternativ zum Reiswerfen bietet sich ein Empfang des Brautpaares mit Seifenblasen an. Vor allem Kinder werden von diesem abgewandelten Brauchtum begeistert sein. Dabei muss man allerdings beachten, dass geplatzte Seifenblasen unansehnliche Ränder und Flecken auf empfindlicher Kleidung hinterlassen können. |
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Baumstammsägen  Die Hochzeitstradition des Baumstammsägens wird meist nach der Eheschließung auf dem Platz vor der Kirche durchgeführt. Dazu werden zwei Holzböcke aufgebaut, die einen nicht allzu dicken Stamm tragen. Die Brautleute erhalten eine Zieh-Säge und müssen den Stamm nun mit vereinten Kräften durchsägen, was eine gute Koordination und Teamfähigkeit erfordert. Auf diese Weise soll das Paar gleich zu Beginn der Ehe unter Beweis stellen, dass es gut harmoniert und zusammenarbeiten kann. Zu früheren Zeiten wurde das Baumstammsägen von Burschen des Dorfes organisiert. Heute kümmern sich Verwandte, Nachbarn oder Freunde darum. Bei organisierten Hochzeiten kann man diesen Brauch auch oft gegen Aufpreis mit bestellen. |